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128 Athleten aus 17 Nationen trafen sich Anfang Mai in der Schweiz
zur 3. Junioren Europameisterschaft der Sportakrobatik und brannten
ein Feuerwerk an Weltklasseübungen ab. Wie so oft machte sich das
russische Dreieck, Rußland, Ukraine und Weißrußland den Sieg unter
sich aus. Doch auch einige westeuropäischen Länder schafften den
Sprung auf das Stockerl.
Besonders Großbritannien und Belgien haben es mittels jahrelanger
Aufbauarbeit und finanziellen Zuwendungen geschafft sich in die
Top-Nationen Europas einzuordnen. Lohn für die Mühe, ein 3. Platz
des belgischen Damenpaares und ein 3. Platz des englischen gemischten
Paares in der Mehrkampfwertung.
Ansonsten setzten wie gewohnt die russischen Mannschaften die Akzente.
Für absolute Highlights sorgte einerseits das gemischte Paar Elena
Kirianova/Youri Trubitsin aus Rußland, das gleich dreimal die Traumnote
10,0 und einmal die 9,95 Punkte erhielt. Das Paar ließ eine traumhafte
Sicherheit und Leichtigkeit in den akrobatischen Elementen erkennen
und ihre Choreographie hatte eine starke Ausstrahlung. Auf der anderen
Seite sorgte die Damengruppe Katsiaryna Katsuba/ZinaidaSazonova/Viktoryia
Arahei aus Weißrußland für Furore, indem sie eine starke Ballettchoreographie
auf den Boden legte und keine Unsicherheiten bei den akrobatischen
Elementen zeigten. Sie gewannen knapp vor der russischen Damengruppe
Margerita Hasanova/Irina Tischenko/Nadezhda Petrova, die trotz einem
3-fach geworfenen Salto nicht mehr aufschließen konnten.
Bei den Herrenpaaren setzten sich die Junioren-Weltmeister aus Rußland,
Ivan Poletaev/Alexandr Privalov klar durch. Knapp dahinter das Brüderpaar
Aleksander Zehmister/Vladimir Zehmister die trotz der gleichen Körpergröße
mit orginellen und schwierigen Elementen aufwarteten. So zum Beispiel,
ein Rondat-Salto mit Landung auf den Schultern des Partners. Dritte
wurden das bulgarische Paar Radostin Nikolov/Anton Ivanov mit der
schwierigsten Übung des Wettkampfes, 139 Value in der Balance-Übung.
Bei den gemischten Paaren war das russische Paar praktisch unschlagbar.
Zweite wurde das ukrainische Paar Kateryna Polyanskaya/Artem Valiev
die ebenso eine saubere Vorstellung gab, aber etwas an Ausstrahlung
vermissen ließen. Dritte im Bunde wurde das starke Paar aus Großbritannien
Celine Hayes/Steven Gooding.
Bei den Damenpaaren gab es eine Überraschung. Das russische Paar
wurde ‚nur' Vierte. Tatyana Ukolova/Yuliya Konko aus der Ukraine
siegten vor dem Paar aus Weißrußland Yulia Kachan/Alesia Liakhovskaya.
Dritte wurde das ausgezeichnete belgische Paar Aline van de Weghe/Elke
van Maldeghem, die eine solide und saubere Leistung boten.
Knapp war die Entscheidung bei den Männergruppen. Rußland siegte
mit 5 Hundertstel Vorsprung vor der Ukraine. Dritter wurde Weißrußland,
die in der Balance-Übung eine Pyramide mit mehreren Übergängen auf
Spitzen-Niveau zeigte.
Der Wettkampf bot drei Tage lang eine spektakuläre Show für die
Zuschauer. Eigentlich ist es unverständlich, dass solche Wettkämpfe
nur so wenige Menschen anzieht. Es wurden Salti gedreht, geschraubt
was das Zeug hält und einarmige Handstände in allen Variationen
gezeigt. Die Obermänner der Männergruppe flogen mit ihren gestreckten
Doppelsalti bis unter die Hallendecke, was einem den Atem stocken
ließ. Und trotzdem wird all die Action in wunderschöne Choreographie
verpackt, sodass das einfache Zuschauen zum Erlebnis wird.
Neben dem Wettkampf tagte auch die Sportakrobatik-Kommision der
FIG. Es ging vorwiegend um die Fertigstellung der neuen Wettkampfregeln.
Der "Code of Points wurde völlig überarbeitet um in Zukunft mediengerechter
zu agieren. So wird die Höchstnote 10,0 nur mehr von den technischen
Kampfrichter vergeben. Hinzu kommen Wertungen für künstlerische
Darstellung (5,0 Punkte) und eine Wertung für die Schwierigkeit
einer Übung (5,0 Punkte). Die zukunftige Traumnote wird also 20,0
Punkte betragen, die aber kaum möglich sein wird. Auf jeden Fall
werden die Übungen künstlerischer mit gleichzeitig hoher Schwierigkeit.
Wir freuen uns bereits jetzt darauf. |
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