Nachdem in Wien ein vorbereitender Wettkampf nur von wenigen der startenden Teilnehmer genutzt wurde, war die Spannung dementsprechend groß. Welches Niveau wird beim Wettkampf gezeigt werden?

Als es dann soweit war, maschierten, die in Österreich altbekannten
4 Mannschaften auf die Wettkampffläche in Krems. Aus Niederösterreich waren SAC Tulln, Union Sportakrobatik Krems und Union Dobersberg vertreten. Auch aus Wien entsandte Union Döbling eine starke Mannschaft nach Krems, was umso mehr überrascht, weil es bis vor 2 Jahren noch keine Wettkämpfer aus der Bundeshauptstadt gab.

In der Klasse C waren naturgemäß die meisten Teilnehmer am Start. In dieser Klasse muß eine Kombinierte Übung gezeigt werden, die als Vorbereitung für späteres Top-Niveau gilt. Beim Damenpaar setzten sich dann Elisabeth Gmeiner/Janine Bauegger aus Krems dank einer sauber geturnten Übung mit 9,13 Punkten letztendlich durch. Knapp gefolgt von Nina Linhart/Stephanie Albert mit einer ebenso sauberen Übung, aber weniger stark im Ausdruck, dafür gabs 9,00 Punkte. Auf Platz 3 mit 8,60 Punkte bereits abgeschlagen Stefanie Scheidl/Bianca Zuba aus Doberberg. Dem sonst guten Paar unterliefen zu viele Unsicherheitsfehler, sodass sie an der Spitze nicht mehr mitreden konnten. Bei den Damengruppen (3 Damen) ging der Sieg nach Dobersberg. Michaela Kropik/Melanie Weber/Marion Russ kamen auf 8,87 Punkte und verwiesen damit das Wiener Trio Sandra Haberl/Valerie Steinschauer/Alexandra von Beringen mit 8,60 Punkten auf Platz 2. Dritte im Bunde der Damengruppen waren Barbara Aumüller/Kathrin Wagesreither/Sandra Freistetter aus Krems.

In der Klasse B mussten bereits 2 Übungen gezeigt werden, eine Tempo- und Balance-Übung, die in ihrer Schwierigkeit noch nicht den oberen Bereich erreichen und wie die Klasse C zum Aufbau dient. Das Wiener Gemischte Paar Timo Niermann/Anna Stracke erreichte mit 17,67 aus 2 Übungen unangefochten Platz 1. Da Männer und Burschen leider sehr rar sind in der österreichischen Sportakrobatik, ist es nicht verwunderlich, dass in einer solchen Klasse nur eine Formation am Start ist. Trotzdem müssen die Starter um zu gewinnen die Wertung von 8,50 Punkten aus einer Übung oder 17,00 Punkte aus zwei Übungen erzielen. Das Paar aus Wien brillierte mit schöner Choreographie und ausgewogenen akrobatischen Elementen und erreichte die geforderte Wertung mühelos. Bei den Damenpaaren in dieser Klasse sind die Wettkämpfer aus Tulln schon seit Jahren nicht zu schlagen. Michaela Majko/Katharina Ferstl ließen mit 17,90 Punkten keinen an ihrer Vormachtstellung zweifeln und siegten souverän. Kornelia Kozyga/Manuela Simlinger aus Krems kämpften sich nach einem schweren Fehler in der 1. Übung noch bravourös auf den 2. Platz und ließen Doris Meier/Silke Frei aus Dobersberg hinter sich. Ein vereinsinternes Duell gab es bei den Damengruppen. Zwei Formationen aus Wien kämpften um den österreichischen Titel, da in den nächst höheren Klassen keine Damengruppen mehr antraten. Katja Kalmar/Katharina Lugbauer/Birgit Haider legten gleich mit der ersten Übung den Grundstein für den Erfolg und wurden mit 17,53 Punkten österreichischer Meister.

Die Klasse A ist das Top-Niveau Österreichs, das nur wenige Formationen erreichen. Dementsprechend wird die Luft in der Klasse recht dünn. Nur zwei Paare waren am Start. Das Gemischte Paar Dzenan Jusufovic/Pesak Fiona zeigten zwei schöne Übungen und saubere Elemente, aber auch Nerven und daher viele kleine Flüchtigkeitsfehler. Trotzdem reichte es für den österreichischen Meistertitel mit 17,60 Punkten. Das Tullner Damenpaar, ebenfalls einsam in ihrer Klasse, waren in ihrer ersten Übung souverän auf Titelkurs, doch in der zweiten Übung riss der Faden und es passierten ihnen viele Fehler. Die anschließende Wertung ließ Trainer und Sportler um den Sieg zittern, doch mit 17,14 Punkten ging es sich hauchdünn für den österreichischen Meistertitel aus.

Die Veranstaltung wurde vom erfahrenen Organisationsteam aus Krems rund um Leopold Berndl organisiert. Einziger Wermutstropfen, die Wertungen des Kampfgerichts dauerten verhältnismäßig lang, sodass immer wieder längere Pausen entstanden und das Puplikum warten ließ. Ansonsten lässt sich ein Aufwärtstrend in der österreichischen Sportakrobatik erkennen. Nicht nur die Rekordbeteiligung an dem Wettkampf, sondern auch das Niveau der Leistungen steigerte sich seit dem letzten Jahr.

Die positive Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Fachverband für Turnen scheint Funktionäre, Trainer und Sportler zu motivieren. Von Verantwortlichen der Sportakrobatik ist zu hören, dass es ihr Ziel ist, die Sportakrobatik in Österreich auf breitere Basis zu stellen. Dazu Elisabeth Birli, kooptierte Bundefachwartin der Sportakrobatik im ÖFT: "Wir werden Einführungskurse und Seminare zur Sportakrobatik, Trainer- und Kampfrichterkurse anbieten. Ziel ist es die Sportakrobatik auch in die westlichen und südlichen Bundesländer zu tragen. Vor allem im Breitensport werden immer wieder Elemente der Sportakrobatik verwendet, die einer guten Anleitung bedürfen. Und wir wissen wie es geht." Das zeigen auch die Leistungen bei der ÖM und viele sind der Meinung, dass sich bei einer weiteren Leistungsteigerung bald sehenswertes internationales Niveau einstellen wird. Es bleibt zu wünschen übrig, dass die Sportakrobatik in Österreich sich in diese postive Richtung entwickelt. Es ist ein attraktiver Sport mit vielen künstlerischen, sportlichen und sozialen Aspekten und könnte durchaus zu einem Puplikumsmagneten werden, quasi als Schmetterling in der großen Turnfamilie.