Prädikat bestätigt: Der int. UWW-Cup ist tatsächlich "Europas Nr. 1" der Nachwuchsturniere für Kunstturner !
(Text: Robert Labner ÖFT)

Die Reckkür des Japaners Yamamuro Koji war schlichtweg grandios: Exzellente Technik, hohe Schwierigkeit, z.B. perfekte Ellriesenfelgen oder ein gestreckter Tsukohara (Doppelsalto mit Schraube) als bombensicherer Abgang. Hätte er auch ein tolles Flugelement gezeigt, hätte er mit dieser Übung heuer vielleicht sogar österreichischer Reck-Staatsmeister werden können. Das Besondere daran: Yamamuro Koji ist erst 10 Jahre alt und gewann seine Altersklasse beim 7. int. UWW-Cup der Nachwuchs-Kunstturner im Wiener USZ Schmelz souverän....

Oder der 13jährige Ukrainer Vadin Karasnenko: Seine Pauschenpferdkür strotzt bereits vor Schwierigkeiten, die auch ins Olympiafinale gepasst hätten. Dennoch ist sein Trainer Grigori Misjutin, selbst x-facher WM- und EM-Medaillengewinner der frühen 90er-Jahre, nicht sicher, ob Vadin ein Mal ein ganz Großer wird: "In diesem Alter müsste er eigentlich schon etwas mehr können..."

Auch heuer wieder strotzte der UWW-Cup in Wien von zahllosen faszinierenden "Kinder-im-Hochleistungssport-Stories" - man musste nur hinsehen. Erfreut sein über die Begeisterung und gleichzeitige Ernsthaftigkeit, mit der die knapp 150 jungen Turner aus 16 Nationen und 36 Teams bei der Sache waren, wurde nur durch die Faszination der fast unglaublich hohen sportlichen Leistungen überboten. Wer weiß, ob man heute tatsächlich einen "Olympiasieger von morgen" in Wien gesehen hat? Aber sicher einige junge Toptalente, deren Hoffnungen auf Goldmedaillen 2008 oder 2012 nicht unrealistisch sind.

Für die besten Resultate aus österreichischer Sicht sorgten Alexander Beringer (UWW) als Vierter des Jahrganges 1983 sowie Patrick Reimitz (UWW, Jg. 1989) und Mario Rauscher (TV Gersthof, Jg. 1984), jeweils mit fünften Rängen. Wien 2, die beste von fünf österreichischen Regionalauswahlen schaffte Rang 9 in der Teamwertung.